I love Can Picafort oder endlich Urlaub ohne Kinder

Tag 4

 

Ich bin wach.......... die 1. Nacht ohne Schafe........ Ah.... Urlaub, langsam scheine ich an dem Punkt angekommen zu sein, den man entspannen nennt. Wo ist meine Frau ? Heute kein >>>>>>„IN TO THE MAREEEEEEEEeeeeeeeee !!!!!!!!!!!“ <<<<<<<<. Ah, Handtuch und Latschen fehlen. Also doch im Meer. Bin ich wirklich schon so entspannt, dass ich meine Frau morgens ignoriere ? Autsch das mit dem Ignorieren behalte ich besser für mich. Schnell fertig gemacht und dabei geschickt dem Türknauf des Badezimmers ausgewichen (Auch in meinem Alter ist man noch lernfähig), durch geschicktes Winkeln des Duschstrahles eine Überschwemmung verhindert und fertig. Boa bin ich gut..... Jedenfalls hab ich mir heute die Kommentare meiner Frau erspart. So, Blick vom Balkon und schaun, ob ich die Frau sehe. Öh ? Was das denn..... lauter weiße Männchen am Strand...... ne korrigiere auch weiblich dabei. Alles voll mit Kampfsportlern..... Äh hier ist aber nicht Hawaii und die Stadt heißt Ca`n Picafort und nicht Pearl Harbor. Sieht aber wie ne Invasion aus. Von hier oben aber richtig cool. Ich beobachte eine Weile die Gruppe bei ihren morgendlichen Übungen und ignoriere dabei den winkenden Punkt, weiter links im Meer. Was mir so was wie „hast du mich nicht gesehen“ und „bist du blind, ich habe dir gewunken“ einträgt. Wie war das mit dem Ignorieren und der Entspannung ?

Egal, wieder ein neuer Tag auf der Trauminsel aller deutscher, zumindest derer, die nicht von Pearl Ha..... ich meine Hawaii träumen.

Da fällt mir wieder dieses „Harz IV – TV“ ein (Ok... entschuldigt meine Äußerung, jeder kann mal in so eine Lage kommen, das er Harz IV bekommt. Aber in mir mehrt sich der Verdacht, die Sendungen werden extra produziert, um die Menschen da von abzulenken vor Wut auf die Politik und Wirtschaft, auf die Straße zu gehen). Ich meine zum Beispiel „Die Auswanderer“......... gibt es wirklich Menschen, die blind daran glauben, auf Mallorca ohne Spanisch, geschweige denn Katalan (wir wollen gar nicht erst von Mallorquin anfangen, das verstehen noch nicht mal Spanier vom Festland), so einfach eine neue Existenz aufbauen können ? Boa... der Satz war jetzt aber ein bisschen lang. Wer in Deutschland schon Probleme mit seiner Existenz hatte, wird es hier noch schwieriger haben.

Ich glaube, die Mallorquiner stammen alle von Piraten und Wegelagerer ab, denen die Schiffsplanken zu wackelig geworden sind. Also Vorsicht...... für alle die ins warme Auswandern wollen. Touristen und Rentner mal „ausgenommen“.

Kaffee !!!! neeeee !!!! später.....

Huch, an der Rezeption bittet man uns den „Rest“ unseres Urlaub oben an der Terrasse zu Frühstücken. Wie, schlechtes Gewissen ? Haha..... nee, falsch gedacht, die „kleinen weißen Männchen“ (einer steht gerade neben mir.... ca. 1,90 m und mindestens einen Kopf größer), frühstücken alle zusammen ab jetzt im Keller. Die sind mich gleich noch sympathischer.

Na dann.... Kaffee...... Och nee die gleiche Kaffeemaschine wie unten. Aber die Aussicht.. So stelle ich mir Urlaub vor. Frühstück auf der Terrasse mit frischen Brötchen und einer guten Tasse „Tee“...

Neben bei, die Kampfsportler stammen aus der ganzen Bundesrepublik und haben sich hier zu einem „Urlaubstrainingslager“ getroffen. Da sind von Kindern angefangen, bis ins Rentenalter aktive Sportler dabei. Finde ich eine ganz tolle Sache.

Heute, nach dem Kaffee bei “Ca´n Tomas“, Ausflug nach Son Serra de Marina, den schönen Naturstrand genießen und Treibgut sammeln...... Muscheln, Muscheln oder auch Muscheln. Meine Frau liebt Muscheln..... hatte ich das noch nicht erwähnt ?

Das kleine Küstendorf, nur wenige Kilometer, Richtung Arta, Hat einen wunderschönen Strand, und läd zum Spaziergang am Wasser ein. Da er etwas weiter von Can Pic entfernt ist, ist er auch nicht so überlaufen wie der Strand im Ort. Hier findet man sogar noch Muscheln.

Durch die Reinigungsmachienen in Can Pic, werden ja alle Muscheln beseitigt oder zerfahren. Eigentlich schade aber der Strand ist dafür sauber.

Nach 2 Std. gebückter Fortbewegung und ca. 5 KG Muscheln, schaffe ich es gerade noch meinen Rücken aufzurichten. Manche Ausflüge sind nichts mehr für mich und meinen Rücken.

Mein Ding ist doch mehr das kleine Bistro, wo man das Leben von einem bequemen Stuhl aus beobachten kann..... „Tu nicht so..... los hör auf zu jammern“ tönt die Stimme meiner Frau an mein Ohr. Warum klappt das gerade nicht mit dem Ignorieren.....

Zurück im Hotel versuche ich meinem Rücken eine Ruhepause zu gönnen. Ab auf die Terrasse und einen echten Kaffee beim hauseigenen Barista bestellt. Der Kaffee ist gut, die Aussicht auch, meine Frau im Meer und ich entspanne. Das ist der Moment, wo man überlegt, hier zu bleiben und alles andere zurücklassen möchte....... „Träumst DU ?“ Äh..... ich genieße, Schatz....ich will hier bleiben. „Denkst du mal auch an die Kinder ?“ Wie ? Kinder ? Wo ? ….... Äh, die sind doch schon volljährig. Hallo, bin wieder auf der Erde angekommen, die Realität hat mich wieder.

„Lass uns ein bisschen durch die Stadt bummeln“. Ich wollte doch aber hier entspannen...... Die „Unlust“, die gerade auf der Terrasse erschienen ist grinst als ob sie meine hilflosen versuche verstanden hätte, mich gegen das Mitschleifen zu wehren.

Der 1. Stop auf dem Passeig Colon, war eine Spielhalle. Wenn meine Frau einem nicht widerstehen kann, ist das der „Schieber“. Nach einer halben Stunde und 0,60 € Gewinn, können wir den „Bummel“ fortsetzen. Nach weiteren ca. 50 Handtaschentests und 75 Schuhen (nur gefühlt, muss bei Männern wirklich nicht den Tatsachen entsprechen) , nähern wir uns wieder dem „Gefühlszentrum“ von Can Picafort, also Passeig Colon Ecke Josep Trias (Fußgängerzone).

Heimlich geht mein Blick wieder in Richtung Burger King. In meinem Innern breitet sich soeben eine große Leere aus. Nein, das kann ich zu jeder Zeit in Berlin auch haben.

Da ich aber eine „Faule Socke“ bin...... Einsicht herrscht bei mir ja noch....... Sehe ich Kathi (die Frau von Sam), beim abwischen der Tische vor dem Döner Laden und versuche ganz zaghaft meine Frau in diese Richtung zu dirigieren. Leider zu früh, noch nicht offen.

Aber am Strand, vorne in der „Bar Playa“ gibt es für alle Fans von Erdbeeren das Himmelreich.

Dann mal Erdbeeren mit Sahne...... oder doch Erdbeeren mit Vanilleeis und Sahne.... boa lecker. Jetzt weiß ich, wieso alle zum Besitzer „Erdbeer-Miggi“ sagen. Es gibt hier auch anderes leckeres Essen aber die Erdbeeren sind der Hit. Der Vorsatz mit dem Abnehmen im Urlaub ist damit endgültig erledigt.

Nach den Erdbeeren gönnen wir uns noch einen Cafe con und Espresso und beobachten aus den bequemen Korbstühlen das Treiben auf dem „Polígon Enginyer Antoni Garau“........ Mann ist das ein Name für nen befestigten Weg am Wasser.

Und schon ist der ortsübliche „Uhrendealer“ in schwarz aufgetaucht und wittert bei uns „Fette Beute“. Wenn der meine Frau kennen würde, wäre er geflüchtet. So war Er mehr ihre Beute. Also erst mal locken........ „wir brauchen aber ca. 6 Uhren......“, er hat angebissen....... , „aber nicht jetzt, wir sind gegen 19:00h beim Döner King...... ok ?“ ….. der Fisch zappelt am Haken. Ich lach mich krank, das wird noch lustig. Vollkommen egal was als Marke auf der Uhr steht, die haben heute alle ein gutes Standardlaufwerk. Also ne Uhr für alle Tage bis sie kaputt ist. Aber bitte nicht damit Duschen.

Gegen 18:00h wechseln wir zum Döner King rüber. Ich brauche nach so viel Obst doch noch was „Handfestes“ und ein San Miguel. Außerdem wollten wir uns schon mal in Position bringen, wenn der „Uhrendealer“ auftaucht. In der Zwischenzeit ist auch Sam im Laden eingetroffen. Er setzt sich zu uns und wir Quatschen etwas. Auf meine Frage, was man braucht, um hier zu bleiben, hat Sam auch gleich eine Antwort parat.................... GELD.

Irgend wie hatte ich schon fast diese Antwort erwartet. „......um ein kleines Vermögen auf der Insel zu machen, bring ein großes mit...........“ Ah ja.... hätte ich mir auch denken können (hat irgend was von chinesischer Weisheit).

Dann kommen wir gleich dazu......... wo bekomme ich das wichtigste Umzugsgut (Geld) her ? Auch da hat Sam eine einfache Lösung für mich. „Musst du spielen „Lotteria Primitiva“, sind gerade ca. 1.250.000,-€ im Jackpot....... kostet 8,-€“. ok..und wo ? „Bei BARRELITO“. Ah ja..... jetzt wissen alle wo das ist...... Sam hat dann angefangen den Weg zu beschreiben........... das dauerte ca. 1 San Miguel. Ich versuch es mal nachzuvollziehen. Eigentlich ziemlich einfach. …...Wenn du von Arta, auf der Hauptstraße nach Can Pic reinfährst, da isses noch nicht. Du musst erst mal über den 1. Kreisverkehr rüber. Dann fährst du über die kleine Anhöhe, wo in der Saison auf der linken Seite immer Pferdereiten angeboten wird. Dann kommt auf der rechten Seite am 2. Kreisverkehr (da wechselst du auf die Nebenspur)der 1. Chinesische Supermarkt HIPER BALEARES und gleich dahinter ist BARRELITO, du erkennst es an der blauen Markise und Werbung. Wenn du an der Tankstelle rechts vorbei bist, warst du zu schnell und musst zurück. Dann werden wir morgen mal unser Glück versuchen.

Unser „Uhrendealer“ taucht auf. Auf englisch erklärt er uns, dass er seine Ware im Moment nicht holen kann, da die Policia Municipal zur Zeit eine Fußstreife um die Ecke hat. Wir einigen uns auf den nächsten Tag zur selben Stunde und am gleichen Ort. Sam warnt uns vor der Ware. Aber der „Moro“ ist ok. Moro ? Erklärung........ Moros nennen die Einheimischen die Schwarzafrikaner, die sich auf der Insel mit Hilfstätigkeiten und Strandhandel den Lebensunterhalt verdienen.

Langsam schlendern wir am Strand zurück zu unserm Hotel. Morgen wird die Grundlage für den längeren Aufenthalt in Can Picafort gelegt...... äh gewonnen.

 

 

© 2016 by Mike / HiViCo

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